Montag, 15. April 2013

Was tun wenn der Extruder blockiert... und wie man einen Druckjob retten kann...

Neulich war ich wieder dabei ein paar Teile für einen Prusa zu drucken. Nichts ungewöhnlich soweit, nur das diesmal nach 2h Druckzeit das Filament aufgrund eines Einschlusses im Extruder hängen blieb. (Als Erinnerung für mich: Kaufe nie mehr Filament beim Chinesen ;) )
So sieht eine meiner 2,3kg Rollen aus, es ist fraglich ob ich dieses PLA noch durch irgendeinen Extruder bekomme... Das blaue PLA, worum es in diesem Blogpost geht, ist zum Glück (etwas) besser gewickelt...

 Coming back to the topic...





 So jdf. sah der Druck aus als der Extruder versagte ... Man sieht wunderbar das die Nozzle die oberen Schichten aufgrund des fehlenden Filaments nur anschmilzt, weswegen dieses zerfranste  Bild der Druckoberfläche entsteht... Die 4 Vertexstücke wären zu dieser Zeit vielleicht 150g schwer gewesen, d.h., 150g Ausschuss an PLA ... Ich dachte mir das geht so nicht :) Bei einer CNC Fräse kann man einen Job auch mehrfach anfahren, also muss dies bei einen 3D Drucker auch funktionieren. Die Lösung war also im Slicer zu suchen, der Teil der Toolchain welche aus dem Modell (meist als STL vorliegend) den passenden für die Maschine angepassten GCode erzeugt. Als Toolchain verwende ich momentan eine Version von ReplicatorG - wo der 5D Teil auf aktuelle 5D kompatible Firmware (Marlin, Teacup) angepasst wurde - siehe auch http://code.google.com/p/replicatorg-for-5d/. In ReplicatorG verwende ich seit Ewigkeiten Skeinforge als Slicer. Jdf. verbirgt sich in Skeinforge eine Möglichkeit wie man den Druck an einer abgebrochenen Stelle wieder fortsetzen kann, und das auch nachdem man den Drucker oder Rechner ausgeschalten hat... Die Idee ist den Slicer zu sagen das er das Objekt ab einer gewissen Höhe beginnend slicen soll und dann anschliessend starten wir den Druck ab dieser z-Höhe. Hierzu messen wir zuerst die Druckhöhe eines Fehldruckteiles, in meinem Fall waren das 10,4mm. Über die uns bekannte Layerhöhe (bei mir 0,35mm) berechnen wir mal schnell die Anzahl der bereits gedruckten Layer (10,4 / 0,35 = 29,7). Nehmen wir also mal an wir haben 29 Layer gedruckt, dieser Wert wandert nun in die Einstellung des Slicing Profils in Carve und dort unter Layers from - normalerweise steht dort eine 0. Nun erstellt der Slicer also GCode welcher ab 10,4mm oder Schicht 29 beginnt. Würden wir den Druck nun starten, dann würden wir jetzt die fehlenden Hälften zu obigen Druck erhalten, vorausgesetzt das Druckbett wäre frei ... So war nun die erste Idee diese einfach zu drucken und dann die Teile zusammenzukleben... Aber so richtig gut war diese Lösung auch noch nicht... Warum also nicht die alten Teile so auf den Drucker liegen lassen wie sie waren und dem Drucker sagen er solle nach dem Homing auf einer z-Höhe von 10,4mm beginnen. Um dies zu erreichen muss man im Skeinforge Slicer Profil unter Bottom - Altitude den Wert 10.4 eingeben. Nun nochmal den GCode erzeugen, Drucker anheizen und ab gehts...
Hier sieht man wie der erste Vertex bereits neu bedruckt wurde... Bei der Layerhöhe habe ich mich wohl ein wenig vermessen, jdf. hätte ich noch 1-2 Layer höher gehen können.
Hier sind die Teile nachdem sie dann fertig wurden. Man sieht vor allem  beim vorderen Teil eine leichte Wulst vom Neuansetzen. Die anderen (hinteren) Teile sind allerdings besser gewurden. Die Qualität der Teile ist dadurch leider nicht mehr gut, aber für einen privaten Prusa reicht es allemal ...

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